FAQ

Flüchtlich oder Asylsuchender?
Haben Ausländer in Deutschland einen Asylantrag gestellt, gelten sie bis zum Abschluss des Asylverfahrens als Asylsuchende. Flüchtlinge unterscheiden sich von Asylsuchenden dadurch, dass der Status als Flüchtling von einer nationalen Regierung anerkannt wurde. Nach der Genfer Konvention werden Menschen als Flüchtlinge anerkannt, die eine begründete Furcht vor Verfolgung haben, z.B. aufgrund ihrer Ethnie, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe.

Warum nehmen die Flüchtlinge den gefährlichen Weg der illegalen Einreise nach Europa auf sich und kommen nicht einfach mit dem Flugzeug?
Die Europäische Richtlinie 2001/51 verpflichtet die Fluggesellschaften zum kostenfreien Rücktransport des Reisenden, sofern dieser kein gültiges Visum vorweisen kann. Darüber hinaus werden die Fluggesellschaften mit hohen finanziellen Sanktionen belegt und riskieren womöglich ihre Zulassung, wenn sie Reisende ohne gültiges Visum transportieren.

Warum haben Flüchtlinge so oft Handys dabei? So schlecht kann es ihnen dann ja wohl nicht gehen…
Wer auf der Flucht ist, ist nicht zwangsweise arm. Oft legt die ganze Familie zusammen, um einem Mitglied die Flucht zu ermöglichen. Über das Smartphone (ab ca. 50€) ist der Kontakt in die Heimat viel billiger als über ein Telephon (z.B. WhatsApp, Facebook, Mail). Mit Hilfe von verschiedenen Apps ist es den Flüchtlingen möglich, die jeweilige Landessprache zumindest wortweise zu übersetzen.

Warum sind Flüchtlinge meist junge Männer?
Die Flucht durch die Wüste, über das Meer, durch halb Europa ist sehr gefährlich und eine große körperliche Anstrengung. Darum wird oft das stärkste und mutigste Familienmitglied auserkoren, die Flucht auf sich zu nehmen. Erhält der junge Mann tatsächlich Asyl, können Verwandte ersten Grades auf legalem Wege nachreisen.

Warum bekommen Flüchtlinge Begrüßungsgeld?
Flüchtlinge bekommen kein Begrüßungsgeld, das ist eine Falschmeldung.

Warum tragen viele Flüchtlinge Markenklamotten? Woher haben die soviel Geld?
Flüchtlinge tragen oft nur das eigene Hemd am Leib, wenn sie in Europa ankommen. In den Aufnahmeeinrichtungen erhalten sie Kleidung, die von der Bevölkerung gespendet wurde – hierunter befinden sich nun mal auch Markenklamotten.

Dürfen Flüchtlinge arbeiten?
Nach den hierfür maßgeblichen rechtlichen Bestimmungen kann Asylsuchenden bereits drei Monate nach der Antragsstellung eine nachrangige Arbeitserlaubnis erteilt werden. Nach 15 Monaten ist grundsätzlich ein freier Zugang zum Arbeitsmarkt möglich.

Gibt es eine erhöhtes Deliktsaufkommen rund um dei Unterkünfte?
Nach Aussagen der Polizei ist keine gesteigerte Delikthäufigkeit zu beobachten. Trotzdem sind die Sicherheitsbehörden für möglicherweise auftretende Probleme sensibilisiert. So wird die Polizeipräsenz im Umkreis der Unterkünfte erhöht - sowohl zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner als auch zum Schutz der Asylsuchenden. Grundsätzlich unterliegen Asylsuchende und Flüchtlinge dem deutschen Rechtssystem und werden, falls sie straffällig werden, genauso wie Deutsche behandelt.

Asylbewerber bekommen mehr Geld als Hartz IV-Empfänger.
Stimmt nicht. Ein Beispiel: Ein junger, alleinstehender Mann aus Syrien kommt in eine deutsche Erstaufnahmeeinrichtung. 216 Euro bekommt er vom Staat für die Deckung des "monatlichen Bedarfs", allerdings nicht bar auf die Hand, sondern in Form von Unterkunft, Kleidung und Verpflegung. Ausbezahlt werden ihm 143 Euro pro Monat - umgangssprachlich wird das auch Taschengeld genannt. Ein beschönigender Begriff, findet Günter Burkhardt von Pro Asyl. Denn von dem Geld müssen Fahrkarten bezahlt werden, um zum Amt oder zum Arzt zu kommen. Ebenso Telefon- und Internetkosten, um mit der Familie in Kontakt zu bleiben. Verlässt ein Asylbewerber nach drei Monaten die Erstaufnahmeeinrichtung, unterstützt ihn der Staat mit 359 Euro pro Monat. Ein Hartz-IV-Empfänger bekommt 40 Euro mehr.

Sind Flüchtlinge automatisch haftpflichtversichert?

Asylsuchende, die anderen einen Schaden verursacht haben, sind – wie sonstige Privatpersonen – nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch grundsätzlich persönlich zum Ausgleich verpflichtet. Hierfür haften sie mit ihrem gesamten pfändbaren Vermögen. Eine Verpflichtung zum Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung besteht außerhalb spezialgesetzlicher Bestimmungen, wie zum Beispiel für Halter von Kraftfahrzeugen, nicht. Für die staatlichen Behörden besteht im Rahmen ihrer Zuständigkeit nach dem Landesaufnahmegesetz und dem Asylbewerberleistungsgesetz keine rechtliche Verpflichtung, von Asylsuchenden gegebenenfalls verursachte Schäden auszugleichen.